Change – dein inneres Team

Wenn du alle Übungen und Anregungen genutzt hast, dann ist an diesem Punkt deine eigene Standortbestimmung abgeschlossen. Du konntest über Reflexion und eigene Auseinandersetzung deine Werte identifizieren und benennen, du konntest mit dem Lebensrückblick aus dem Jahreschart erkennen, welche wichtige Entscheidungen du bereits in deinem Leben getroffen hast und wie diese sich auf deine Befindlichkeit ausgewirkt haben. Wenn du selbst gerade an einem Punkt bist, an dem du eine ENTSCHEIDUNG treffen musst, dann ist die folgende Methode eine gute Gelegenheit für dich. Mit der Reflexion deiner inneren Teammitglieder kannst du deine widersprüchlichen Kräfte, die in dir wirken, aufs Papier bringen. Diese Methode ist dann gut, wenn du eine gewisse innere Zerrissenheit und Ambivalenz fühlst. Dazu muss ich dir sagen, dass jeder von uns über ein inneres Team verfügt. Wie in einem Team in der Arbeitswelt gibt es in diesem Team unterschiedliche Rollen, unterschiedliche Charaktere und vielleicht auch unterschiedliche Hierarchien und Rangordnungen. Wir haben verschiedene Anteile in uns, die unterschiedlich präsent sind und situationsabhängig in Erscheinung treten. Manche sind laut, manche sind leise. Mögliche Anteile und mögliche Namen können sein

  • Der/die Besserwisser*in
  • Der/die Nörgler*in
  • Der/die Perfektionist*in
  • Der/die Kreative
  • Der/die Kritische
  • Der/die Innovative
  • Der/die Veränderungsscheue

Sicherlich kennst du die Situation, dass bei bestimmten Entscheidungen unterschiedliche Anteile in dir wirken: überlegst du dir zum Beispiel deine Arbeit zu kündigen, dann wirst du einen unsicheren Anteil spüren, der auf die sichere Arbeitsstelle beharrt. Vieleicht hast du aber auch einen Anteil in dir, der bereit ist, mutig zu sein und Risiken einzugehen! Unsere Anteile nehmen oft unterschiedliche Positionen ein. Daraus entsteht Ambivalenz und daraus entsteht vielleicht Unzufriedenheit. Ein Schritt in Richtung Klarheit bietet folgende Übung: Stell dir vor, du würdest eine Teamsitzung mit all deinen Teammitgliedern einberufen. Überleg dir, wie dein inneres Team aussieht und welche Namen du vergibst. Dann stell dir vor, du versammelst alle Mitglieder an einem Tisch. Mach dir bei dieser Übung Notizen. Die Teamsitzung, die abgehalten wird, hat die Fragestellung, die dich gerade bewegt.

Beispiel:

Soll ich bei einer Frist von drei Monaten JETZT kündigen, auch wenn ich noch keine neue Arbeitsstelle habe?

Und wie in einer regulären Teamsitzung erfolgt nun ein Austausch der Beteiligten und jeder der Teilnehmenden kann den jeweiligen Standpunkt verdeutlichen.

Stell dir nun, und schreib vielleicht auch mit, was jeder einzelne Anteil zu der Fragestellung zu sagen hätte. Wie in einer Teamsitzung, darf jeder etwas sagen und wie es in Teamsitzungen sein sollte, darf jeder AUSSPRECHEN. Das ist meiner Meinung nach das Schöne an dieser Methode! Im Alltag verbieten wir uns oftmals die anderen Anteile oder bringen sie gezielt zum Schweigen. Bei schwierigen Entscheidungen fühlst du dann die Kämpfe, weil ein Anteil vielleicht UNBEDINGT etwas zu sagen hat, aber von einem anderen Anteil ÜBERTÖNT wird.  Alle Anteile in uns sind wertvoll und haben eine DASEINSBERECHTIGUNG. In meinen Coaching- und Beratungssitzungen habe ich oftmals erlebt, wie GUT es tun kann, einzelne Anteile zum Reden zu bringen. Stell dir vor, welche Energie hinter einem Anteil steht, der NIE angehört wird und NIE laut sprechen darf? All diese Energie darfst du in dieser Übung freisetzen! Achte bei dieser Übung darauf, dass die Energie des Anteils auf deinem Blatt Papier bleibt. Das gelingt dir am Besten, wenn du die Aussage deines Anteiles in der Teamsitzung in einem kurzen, klaren Satz aufschreibst. Du darfst dabei mit der Schriftgröße spielen, wie in einer Teamsitzung hat ein Mitglied zwar eine Position, kann sie aber nur schwach vertreten. Du kannst dafür für jedes Teammitglied ein einzelnes Blatt verwenden. Versetz dich dabei kurz in den Anteil, der gerade in deiner Teamsitzung zu Wort kommt. Was hat dieser Anteil zu sagen? Welche Haltung hat er zu dem Thema der Teamsitzung: Soll ich kündigen oder nicht? Die Haltung darf emotional sein, die Aussage, die du aufschreibst sollte eine Umschreibung sein. Lass so jeden deiner Teammitglieder zu Wort kommen, leg dafür die Zettel oder Karten mit den jeweiligen Positionen gut sichtbar vor dir aus.  Du hast nun, wie in einer Teamsitzung eine Ansammlung unterschiedlicher Haltungen. Es gibt ähnliche Sichtweisen, es gibt widersprüchliche Sichtweisen und Positionen. Lass die Sammlung der Themen nun erst einmal auf dich wirken, in zwei Tagen folgt der 2. Teil dieser Methode. In diesem Teil wird es um die finale Entscheidung gehen.

Wenn dich Methoden zum Selbstcoaching interessieren, dann kannst du dich gerne für meinen gratis 5-Tage E-Mail Kurs anmelden. Ich freue mich auf dich,

Carolyn

Young Professional Coaching

Veröffentlicht von wegderveraenderung

Coach, Sozialpädagogin, systemische Beraterin (i.A.) http://young-professional-coaching.de/

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